Obmänner

In Österreich und in Teilen Bayerns wird die Bezeichnung Obmann gleichbedeutend mit dem Vorstand eines Vereines verwendet. Der Obmann (die Obfrau) ist demnach für alles Organisatorische verantwortlich, was im Verein klappt, aber auch für das, was nicht klappt. Nur mit Hilfe engagierter Mitarbeiter gelingt es dem Obmann, dem Verein „vorzustehen“. In jüngster Zeit hört mancher Obmann gerne den von seinen Freunden liebevoll vorgebrachten Titel „Präsident“.

seit 2005: Hans Pichler

Hans Pichler

Pensionist

Sängerinnen und Sänger konnten den „Generationswechsel“ nach Wolfgang Furtmüller bejahen, da jemand mit viel Freizeit für die Vereinsführung gesucht wurde. Gleich zu Beginn seiner Tätigkeit leitete Hans Pichler eine Chorreise zum Geburtsort des Hofkapellmeisters Antonio Salieri nach Legnago.

Im Dezember 2005 gastierten Chorgemeinschaft und Symphonie Orchester wieder einmal in der wunderschönen Stiftskirche in Waldhausen, und zwar mit dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Bereits 1991 durfte man mit der Johannes-Passion von J. S. Bach und 1994 mit der Schöpfung von Joseph Haydn in Waldhausen auftreten.

Im Dezember 2006 folgte ein Weihnachtssingen in der Stiftskirche. Konzerte in Bad Ischl, im Brucknerhaus Linz, in der Evangelischen Kirche in Thening sowie in der Kürnberghalle Leonding runden die Vereinsarbeit der letzten Jahre ab.

Vom Reiseleiter zum Chornikolaus

Die Chorreisen nach Rom (2009), nach Brixen (2011) sowie in die Süd-Oststeiermark (2014) sind an anderem Ort ausführlich beschrieben.

In Pichlers Obmann-Zeit fielen auch die Feierlichkeiten anlässlich der 1000-jährigen urkundlichen Erwähnung von Leonding („Liutmuntinga“) im September 2013. Uwe Harrer hatte ein „Leondinger Programm“ zusammengestellt, bei dem sich die Chorgemeinschaft und das Symphonie Orchester auf die musikalischen Spuren Leondings begaben.

Hans Pichler ist aber neben der Organisation von Konzerten und Reisen auch heiteren Unterfangen der Chorgemeinschaft nicht abgeneigt und setzt in dieser Funktion die Tradition der Nikolofeiern fort. In launig formulierten Versen berichtet er meist am 6. Dezember über Begebenheiten während der Proben oder der Konzerte des vergangenen Chorjahres.

Die weiteren Obmänner

1995–2005: Wolfgang Furtmüller

Ing. Wolfgang Furtmüller

Bauingenieur

Seine organisatorischen Fähigkeiten konnte Wolfgang Furtmüller gleich zu Beginn seiner Vereinsführung unter Beweis stellen: Die von Herrn Pfarrer Josef Holzmann initiierte Feier „50 Jahre VÖEST“ fand am 25. 6. 1995 in der Flämmereihalle vor ca. 2 000 Besuchern statt. Zur Aufführung gelangte unter anderem das Te Deum von Anton Bruckner. Im gleichen Jahr wurde unter dem Motto „50 Jahre Friede – 40 Jahre Freiheit“ Beethovens 9. Symphonie in der Sporthalle Leonding aufgeführt.

Die 1999 von Wolfgang Furtmüller angestoßene und durchgeführte Chorreise nach China (Peking, Shanghai) war der Höhepunkt seiner zehnjährigen Tätigkeit als Obmann.

Die Finanzierung dieser Reise mit Chor, Orchester und Begleitpersonen auf die Beine zu stellen, war eine ungemein intensive Arbeit. Auf Grund seiner beruflichen Erfahrungen im Fernen Osten konnte er viele Kontakte zu privaten und öffentlichen Geldgebern nutzen.

Wegen häufiger und oft langfristiger beruflich bedingter Abwesenheit legte Wolfgang Furtmüller seine Funktion als Obmann zurück, ist der Chorgemeinschaft jedoch als Sänger nach wie vor verbunden.

Wolfgang Furtmüller überreicht Alois Kreinecker die Ehrenobmann-Urkunde

1963–1995: Alois Kreinecker

Geb. 12. 5. 1928

Lehrer, Gemeinderat (Leonding 1968–1971), Vizebürgermeister (Leonding 1971–1991), Abgeordneter zum Oberösterreichischen Landtag (1985–1991).

32 Jahre lang stand Alois Kreinecker den Leondinger Sängerinnen und Sängern als Vereinsobmann zur Verfügung. Bereits im Jahre 1946 traf er mit anderen sangesfreudigen Männern zusammen, um die Liedertafel neu zu beleben. Seine besondere Beziehung, fast könnte man sagen, Leidenschaft, galt dem heimatlichen Liedgesang. So formulierte er 1964 in der Festschrift zur 50-Jahr-Feier der Liedertafel: „Das Lied wird auch in Zukunft unser Leitmotiv und seine Pflege unser Ziel sein und bleiben!“ Dieser Enthusiasmus veranlasste ihn, einen musikalischen Gedankenaustausch mit Chören im In- und Ausland zu pflegen. Unter anderen kamen 1964 der Kranzhoffsche Damenchor Dortmund wieder nach Leonding, ebenso eine Volkstanzgruppe aus Finnland (1965) sowie der Sängerbund Kirschhausen im Odenwald anlässlich eines Sommerfestes in der Künstlerklause (Turm 12) im Jahr 1966. Der Gegenbesuch in Kirschhausen wurde 1967 organisiert. Ein Jahr darauf – 1968 – war ein gemischter Chor aus Rosegg in Kärnten zu Gast in Leonding. 1969 konzertierten die Wiener Sängerknaben unter ihrem Kapellmeister Uwe Christian Harrer erstmals in Leonding. Im Mai waren die Schramberger zu Besuch in Leonding. Alois Kreinecker plante diverse Chorfeiern mit dem Oberösterreichisch-Salzburgerischen Sängerbund, viele Sängertreffen in Oberösterreich und die Teilnahme an diversen Sängerbundfesten.

Obmann EiseIe (Männergesangsverein Schramberg) bedankt sich bei Obmann Kreinecker für die Gastfreundschaft

1970 arrangierte er ein Freundschaftstreffen mit der französischen Volkstumsgruppe „Cercle Celtique“.

1971 waren die Wiener Sängerknaben unter Uwe Christian Harrer neuerlich in Leonding. Es wurde die Märchenoper Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck aufgeführt

Aus der Liedertafel formte Alois Kreinecker in den Jahren 1971/1972 die Chorgemeinschaft Leonding.

Anlässlich des Jubiläums „60 Jahre Liedertafel – Chorgemeinschaft“ wurden vom 17. bis 19. Mai 1974 die Chortage Leonding veranstaltet. Im Zusammenhang mit der Wiederwahl zum Obmann nennt der Chronist 1974 die „beiden tragenden Elemente des Vereines: Hier der Obmann Dir. Alois Kreinecker mit seinem angeborenen Talent zur Menschenführung und seiner Tatkraft … dort der Chormeister, Prof. Uwe Harrer, … mit seiner beispiellosen Geduld und seinem absoluten musikalischen und künstlerischen Können; unser Schrittmacher.“

Obmann Alois Kreinecker, Obmann-Stellvertreter Helmut Michel, Konsulent Hasibeder (Verein der Oberösterreicher in Wien)

Im gleichen Jahr gestaltete die Chorgemeinschaft die 90-Jahr-Feier des Vereins der Oberösterreicher in Wien. 1977 wurden wiederum Leondinger Chortage veranstaltet. In der Chronik ist dazu vermerkt: „An eine totale Mobilisierung aller Sänger auf dem Gemeindegebiet von Leonding erinnern die Chortage 1977.“ Im Dezember 1980 führte Alois Kreinecker die Chorgemeinschaft wieder zum Verein der Oberösterreicher in Wien, um dort eine adventliche Besinnungsstunde zu gestalten. Bereits 1976 – im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich der Stadterhebung Leondings – wurde das Oratorium Die Schöpfung von Joseph Haydn aufgeführt. Und obwohl sich Alois Kreinecker immer dem heimatlichen Liedgesang verpflichtet fühlte, folgte nun eine Reihe großer Chor- und Orchesterwerke, die er gemeinsam mit der inspirierenden Kraft des Chorleiters Uwe Harrer organisierte. Im Juni 1989 konnte man 75 Jahre Chorgemeinschaft mit einem Festkonzert in der Kürnberghalle Leonding feiern. Die Chorreisen nach Rom (1990), Prag (1992) und nach St. Maximin (1994) zählten neben den zahlreichen Konzerten (z. B. Die Zauberflöte, konzertante Aufführungen 1991) zu den Höhepunkten der verdienstvollen Arbeit Alois Kreineckers.

Am 21. April 1995 legte Alois Kreinecker sein Amt als Obmann zurück.

1961–1963: Gustav Mendlik

Gustav Mendlik und seine Frau anlässlich der Feier ihrer Silbernen Hochzeit 1960

Malermeister in Linz-Keferfeld, Mitglied seit 1953

Gustav Mendlik führte im Juli 1961 die Liedertafel und die Schrammelmusikanten zu einem Gegenbesuch des Kranzhoffschen Damenchores Fortuna nach Dortmund.

1956–1961: Eduard Anderl

Großkaufmann-Möbelhändler

Eduard Anderl wurde im Jahre 1924 als Sänger aufgenommen. Er organisierte im Juli 1958 die Fahrt zum Bundessängerfest nach Wien. Ein Jahr später knüpfte er bei einem Konzert in Linz die Bande zum Kranzhoffschen Damenchor Fortuna aus Dortmund. Dieser Kontakt war über viele Jahre aufrecht. Eduard Anderl war Ehrenmitglied und Ehrenobmann der Liedertafel.

1953–1956: Leopold Mair

Bauinspektor des Magistrates der Landeshauptstadt Linz

Seit 8. Jänner 1931 war er ausübendes Mitglied. Leopold Mair war einer der Sänger, die die Liedertafel nach dem Zweiten Weltkrieg wieder ins Leben gerufen und am Wiederaufbau voll mitgearbeitet haben. Im Juli 1956 ist er auf Grund einiger Unstimmigkeiten aus der Liedertafel ausgetreten, wurde aber im April 1960 wegen seiner unbestreitbar großen Verdienste um die Liedertafel zu deren Ehrenmitglied ernannt. Leopold Mair ist am 30. Juni 1960 im 54. Lebensjahr verstorben.

1947–1953: Franz Niederhumer

Wagnermeister

Von 1927 bis 1938 und von 1947 bis 1953 war er markanter Obmann der Liedertafel Leonding, die ihn auch 1953 wegen seiner Verdienste zum Ehrenobmann ernannte.

Franz Niederhumer, der auch 1914 Gründungsmitglied der Liedertafel Leonding war, fehlte bis zu seinen letzten Krankheitstagen bei keiner Probe, er gehörte „mit seiner prächtigen Tenorstimme“ von 1932 bis 1964 auch dem Kirchenchor an. Der Chronist erwähnt weiters „… daß sein stilles, fröhliches und bescheidenes Wesen alle Sänger anzog und sein stets jugendlicher Tatendrang niemals ahnen ließ, daß die Tage seines Lebens schon gezählt seien …“

Franz Niederhumer verstarb am 10. Jänner 1965 im 68. Lebensjahr.

1946–1947: Max Haberfellner

Schneidermeister

Geschäftsführender Obmann, Mitglied seit 1914.

1927–1938: Franz Niederhumer

Wagnermeister

Franz Niederhumer wurde in der Chronik vor dem Zweiten Weltkrieg zuletzt genannt am 23. 4. 1938. Am 4. Juni 1938 wird ein kommissarischer Leiter des Vereines bestimmt.

1926-1927: Josef Pesendorfer

Obmann-Stellvertreter, nach dem Austritt von Andreas Bachner geschäftsführender Obmann. Seit 1920 war er Mitglied der Liedertafel.

1914-1926: Andreas Bachner

Monteur in Leonding, geb. 1881, gest. 1948

Er war gebürtiger Urfahraner (Urfahr ist heute ein Stadtteil von Linz) und kam nach der Schulzeit nach Berlin, wo er die Werkmeisterschule besuchte. In den Borsig-Werken in Berlin arbeitete er als Werkmeister (das Unternehmen stellte vor allem Dampflokomotiven her und war während der Ära der Dampflokomotiven in Europa der größte und weltweit der zweitgrößte Lokomotivenlieferant).

Die Militärdienstzeit leistete er 1904/1905 in Österreich ab und trat nachher als Angestellter in die Linzer Tramway- und Elektrizitätsgesellschaft (ESG) ein. Im Jahre 1913 wurde er Ortsmonteur in Leonding, „da hier eben das elektrische Licht eingeleitet worden war.“ Als sangesfreudiger Mann tat er sich bereits in Berlin hervor, wo man gerne sagte: „Jetzt singt wieder der Wiener.“ Im Juli 1926 legt Andreas Bachner seine Obmannstelle zurück, „weil sich die Sänger bei der Sommerliedertafel, trotz seiner Mahnung, noch zu bleiben, vor Schluss des Festes entfernt haben“. Andreas Bachner verstarb 1948.

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